EnglishFrançais
Screenshot der Facebook-Fanseite von france écotours (Feb. 2012)

Nachrichten aus der Agentur

Nachfolge gesichert

Rund 620.000 familiengeführte Unternehmen werden in den nächsten Jahren die Nachfolge klären müssen, ist von der Industrie- und Handelskammer Darmstadt zu erfahren. Keine leichte Aufgabe, denn immer öfter winkt Deutschlands Nachwuchs ab, wenn es darum geht, die Nachfolge anzutreten. Einen Familienbetrieb zu führen bedeutet, private Interessen hintanzustellen. „Die Firma kommt immer zuerst“, zieht der Geschäftsführer der Darmstäder Privatbrauerei, Wolfgang Koehler, Bilanz.

Ein Prosit auf den Generationenwechsel (von rechts): Wolfang Koehler sen. mit seinen Söhnen Wolfgang und Christoph.  (Foto: Markus Schmidt)
Ein Prosit auf den Generationenwechsel (von rechts): Wolfang Koehler sen. mit seinen Söhnen Wolfgang und Christoph. (Foto: Markus Schmidt)

Freilich, Koehler, gerade 65 geworden, braucht sich keine Sorgen zu machen. Die einzige inhabergeführte, selbst produzierende Brauerei der Region bleibt in der Familie. Das verkündete er jetzt zufrieden der Presse, die Y-PR im April zum „Tag des deutschen Bieres“ ins Sudhaus eingeladen hatte. Die Weichen zur reibungslosen Nachfolge hat der weitsichtige Unternehmer beizeiten gestellt. Bereits vor neun Jahren setzte er mit den beiden damals noch studierenden Söhnen eine Familienverfassung auf, in der die Nachfolge in Aussicht gestellt, aber nicht zwingend eingefordert wurde. Die Söhne sollten sich erst in anderen Unternehmen umschauen, daheim hospitieren und dann frei entscheiden.
Vor der Presse sagten Christoph (32) und Wolfgang Koehler (30) deutlich „ja“ zum Unternehmen. Derzeit unterstützen die beiden Betriebswirte den Vater in der Geschäftsführung und stimmen sich in der zur Familie gehörenden Traditionsbrauerei Grohe schon mal auf die alleinige Verantwortung ein. Zum 1. April hat Wolfgang Koehler sen. den Söhnen die Grohe-Geschäftsführung übertragen. Beide sind froh, die Verantwortung nicht wie der Vater alleine schultern zu müssen, sondern im Bruder einen Sparringspartner zu haben, mit dem sie wichtige Fragen auf Augenhöhe besprechen können.
Die Darmstädter Privatbrauerei zählt mit 49 Beschäftigten und einem Jahresausstoß von 67.000 Hektolitern zu den kleineren Brauereien in Deutschland. Grohe produziert 11.000 Hektoliter. Wolfgang Koehler ist sich sicher: „Hätten die Söhne die Nachfolge nicht angenommen, wäre es das Ende der Brauerei gewesen.“ Der Betrieb lebe vom Image des Familienbetriebes, dem Bekenntnis zur Region und der allgegenwärtigen Präsenz der Inhaberfamilie.
Auch nach dem Generationenwechsel voraussichtlich Mitte 2019 wird der Senior die Fahne des Unternehmens hochhalten. Derzeit sieht er seiner ersten Saison als frisch gewählter Heinerfestpräsident entgegen. Das jährlich im Juli stattfindende Darmstädter Volksfest zählt zu den größten Innenstadtfesten Deutschlands, ihm vorzustehen entspricht nach Koehlers Einschätzung einem Halbtagsjob, den er ehrenamtlich leistet. (Claudia Ehry)

2. Mai 2017